ZBO - Zentrale Bau Organisation

Nasskalte Temperaturen draußen – gemütliche Wärme in der Wohnung. So kann der Winter kommen! Und wie jedes Jahr stellen sich viele die Frage, wie sie effektiv und kostengünstig heizen können. Den Heizkörper kontinuierlich anlassen oder ausmachen, wenn ich die Wohnung verlasse? Dazu gibt es viele Mythen, Tipps und Weisheiten.

Wir bringen Licht ins Dunkel und klären auf:

Viele verschiedene Faktoren beeinflussen den eigenen Heizkostenverbrauch maßgeblich. Das bedeutet, dass nicht alle Tipps für jeden gelten. Denn abgesehen von der eigenen Wohlfühltemperatur und dem individuellen Heizverhalten, trägt auch die unmittelbare Umgebung zu den eigenen Heizkosten bei. Das Baujahr und die Dämmung des Hauses sind dabei genauso wichtig, wie etwa die Etage der Mietwohnung und die Anzahl der direkten Außenwände. Hier gilt es, vorab diese Dinge zu berücksichtigen:

  1. Ein nach modernen Standards gedämmtes Haus mit modernen Fenstern erhält die Raumtemperatur länger als ein unsaniertes, älteres Haus.
  2. Je weniger Außenwände die eigene Wohnung oder das Haus hat, desto weniger Energie muss aufgebracht werden, um die Temperatur im Raum gleichmäßig warmzuhalten.
  3. Befindet sich unter der Wohnung oder dem Haus ein ungeheizter Keller, so wirkt sich der kalte Untergrund auch auf die gefühlte Temperatur in den eigenen Wohnräumen aus.
  4. Wohnungen und Räume die sich im Dachgeschoss befinden, profitieren von der geringeren Dichte warmer Luft.

Den Heizkörper richtig lesen

Die Einteilung des Thermostats steuert die gewünschte Raumtemperatur. Je nach Einstellung lege ich also selbst fest, auf welche Temperatur der Heizkörper den Raum erwärmen soll. Mithilfe eines am Heizkörper angebrachten Temperaturfühlers misst die Heizung dann in regelmäßigen Abständen, ob die Wunschtemperatur weiterhin vorhanden ist oder ob der Raum erneut erwärmt werden muss.

  • Schneeflocke oder Sternchen
    Das Symbol der Schneeflocke, oft auch als Stern interpretiert, ist eine Frostsicherung für den Heizkörper. In dieser Einstellung ist das Heizkörperventil komplett geschlossen. Diese Einstellung sollte beim täglichen Stoßlüften unbedingt gewählt werden, da die einströmende kalte Luft die Aufheizung des Heizkörpers bewirkt und in der Konsequenz direkt nach draußen geheizt wird.
  • Sufe 1
    Steht das Thermostat auf 1, dann heizt der Heizkörper nur dann, wenn die Temperatur weniger als ca. 12 Grad beträgt. So kann beispielsweise in Treppenhäusern dafür gesorgt werden, dass die Temperatur nicht darunter fällt.
  • Stufe 2
    Die 2 aus dem Thermostat einer Heizung meint, dass die Temperatur im Raum bei etwa 18 Grad gehalten wird. Die Heizung verbraucht auch dann nur Energie, wenn die Raumtemperatur geringer als 18 Grad wird. Diese Temperatur eignet sich besonders für Schlafzimmer.
  • Stufe 3
    Steht das Thermostat des Heizkörpers auf Stufe 3, wird eine durchschnittliche Raumtemperatur von ungefähr 20 Grad gehalten und bei bedarf aufgeheizt. Besonders für Wohnräume und Kinderzimmer eignet sich diese Stufe, um kalte Füße zu vermeiden und eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.
  • Stufe 4
    Entscheidet man sich für Stufe 4, erreicht eine Raumtemperatur etwa 24 Grad. Eine optimale Temperatur für die Morgenroutine im Badezimmer, nachdem man sich von der kuschelig warmen Bettdecke befreit hat. Für alle anderen Räume ist diese Temperatur jedoch zu hoch und kann dauerhaft die menschlichen Schleimhäute austrocknen und das Immunsystem schwächen.
  • Stufe 5
    Die 5 auf dem Thermostat eines Heizkörpers meint eine Temperatur des Raumes von ca. 28 Grad. Dauerhaft eine so hohe Raumtemperatur zu erreichen ist nicht nur ungesund, sondern natürlich auch sehr teuer.

Das Geheimnis: Eine konstante Temperatur

Die Raumtemperatur während der eigenen Abwesenheit stark abfallen zu lassen – davon raten die meisten Energieexperten ab! Denn abgesehen von der Temperatur der Raumluft, kühlen auch die Möbel und Wände ab. Das erneute und regelmäßige Aufwärmen der gesamten Wohnung ist daher mit höheren Energiekosten verbunden, als das bloße Erwärmen der Raumluft. Die Heizung komplett abzustellen ist daher nicht zu empfehlen.
Stellt man jedoch das Thermostat beim Verlassen der eigenen vier Wände nur etwas herunter, anstatt das Ventil komplett zu verschließen, wird konstant und effektiv geheizt. Als Temperaturfühler dient in üblichen Thermostaten eine Flüssigkeit, die sich ausdehnt und wieder zusammenzieht. So wird die Raumtemperatur stetig überwacht.
Bei einer Wohlfühltemperatur von etwa 20 Grad und der Thermostateinstellung auf Stufe 3 empfiehlt es sich daher, beim Verlassen der Wohnung alle Heizkörper auf Stufe 2 herunterzustellen. So senkt sich die Temperatur auf etwa 18 Grad herunter – ein Auskühlen von Möbeln und Wänden wird jedoch verhindert.

Richtig sparen: programmierbare Heizkörperthermostate

Um auch schon beim Betreten der eigenen vier Wände von einer gemütlichen Atmosphäre empfangen zu werden, gibt es eine große Auswahl an programmierbaren Thermostaten, über die sich die Temperatur steuern lässt. Senkt man bei planbarer An- und Abwesenheit die Temperatur um etwa vier Grad, lassen sich damit tatsächlich bis zu 10 Prozent der eigenen Heizkosten einsparen.

Programmierbar vs. Mechanisch

Programmierbare Thermostate sind ein kleines Hightechspielzeug für jeden Technikliebhaber. Sie müssen für jeden Heizkörper individuell programmiert werden und zeigen über ein kleines Display die Zeit und die Temperatur an. Unterschiedliche Modelle bieten dabei unterschiedlichen Komfort: von Systemen mit einer einfachen Zeitschaltuhr, bis hin zu Smart Home – Lösungen, die über das Smartphone oder Tablet kontrolliert und gesteuert werden können ist, alles möglich!
Stiftung Warentest empfiehlt hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses die Modelle des Herstellers „Honeywell“, die etwa 40 € pro Stück kosten. Auf unterschiedlichen Plattformen wird jedoch generell die Haltbarkeit der programmierbaren Thermostate kritisiert. Ein weiterer Nachteil: Jedes Thermostat benötigt eine Batterie, die regelmäßig überprüft oder ausgetauscht werden muss.
Ohne Batterie und mit einem Stückpreis von unter 20 € funktionieren die gängigen mechanischen Thermostate zur Steuerung der Raumtemperatur. Der Temperaturfühler ist hierbei eine Flüssigkeit, die sich ausdehnt und wieder zusammenzieht. So wird die Temperatur der eingestellten Stufe (1,2,3,4 oder 5) überprüft und bei Bedarf wieder erreicht. Diese Thermostate sind nur am Heizkörper selbst verstellbar.

Richtig heizen? Richtig lüften!

Das richtige Lüften im Winter ist mindestens genauso wichtig wie der richtige Umgang mit der Heizung. Denn im Gegensatz zu den dauerhaft gekippten Fenstern an milden Tagen ist das Stoßlüften die einzig effektive Art des Lüftens im Winter.

Stoßlüften – so geht’s!

Damit die Luft in einem Raum regelmäßig ausgetauscht wird, sollte drei bis vier Mal am Tag mit weit geöffneten Fenstern stoßgelüftet werden. Währenddessen müssen die Thermostatventile geschlossen werden, also auf die „Schneeflocke“ gestellt werden. In den kältesten Monaten Dezember bis Februar sind vier bis sechs Minuten empfehlenswert, in den Monaten März und November acht bis zehn Minuten und in April und Oktober sogar bis zu15 Minuten. Besonders wichtig ist der Austausch der Raumluft nach dem Duschen oder Baden. Denn damit wirklich die ganze Luftfeuchtigkeit entweichen kann, muss das Fenster für mehrere Minuten komplett geöffnet werden.

Die Wärme im Raum behalten

Jeder kennt das Gefühl, wenn der Heizeffekt irgendwie ausbleibt. Einige einfache Tipps helfen, um die warme Luft im Raum zu behalten.

  • Eine Dämmung hinter dem Heizkörper
    Aufgrund der gegebenen Luftzirkulation befinden sich Heizkörper immer unter den Zimmerfenstern oder in anderen Nischen. Der direkte Kontakt zur Außenwand ist leider überhaupt nicht effektiv. Doch mithilfe einer Dämmung hinter dem Heizkörper kann man den Wärmeverlust stoppen. Üblicherweise besteht diese aus Styropor und wird mit einer Aluminiumschicht überzogen und ist so als Tapete oder Platte im Baumarkt erhältlich.
  • Türen geschlossen halten
    Nicht jedes Zimmer soll in der kalten Jahreszeit die gleiche Raumtemperatur erreichen. Um die warme Temperatur in den Wohnräumen nicht an andere Zimmer (wie beispielsweise den Flur) abzugeben, sollten sie die Zimmertüren stets geschlossen halten. So steht einem gemütlichen Abend auf dem Sofa nichts mehr im Weg!
  • Jalousien, Vorhänge und Rollos
    Alle Zimmerfenster sorgen auch geschlossen für eine wichtige Zirkulation der Luft. Doch die undichten Stellen sorgen auch dafür, dass die warme Heizungsluft unerwünscht entweicht. Deshalb sollte besonders nachts immer darauf geachtet werden, dass alle Jalousien, Rollos und Vorhänge geschlossen werden. Denn so wird in dieser Zeit verhindert, dass die warme Luft nach außen gelangt.

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