ZBO - Zentrale Bau Organisation

HolzheizungIn Zeiten der Verknappung und damit Verteuerung der fossilen Energieträger wird das Heizen mit Holz immer beliebter. Es ist preiswerter als mit den meisten Heizöl- oder Erdgasheizungen und gilt als umweltneutral: Das CO2, das im Holz gespeichert war, entweicht mit der Verbrennung in dem Maße, in dem es auch bei einer natürlichen Verrottung ausgetreten wäre; es wird also durch den Brennvorgang kein CO2 neu erzeugt. Außerdem ist Holz ein nachwachsender Rohstoff und zählt so zu den erneuerbaren Energien.

Wir stellen hier die unterschiedlichen Möglichkeiten vor, mit denen ein Eigenheim mit Holz beheizt werden kann.

1. Einzelraumbefeuerung (Holzheizungen zur Beheizung einzelner Räume)

Kamin

Noch bis in die 1980er Jahre hinein hatte ein offener Kamin vor allem die Aufgabe, gut auszusehen und für eine behagliche Atmosphäre zu sorgen. Oft wurde als Brennmaterial verwendet, was sich gerade anbot: Neben Holzscheiten wurde im Kamin Altpapier "entsorgt" oder Altholz, das oft mit Holzschutzmitteln oder Farbe behandelt war, verbrannt. Von diesem sorglosen Verhalten ist heute glücklicherweise keine Rede mehr: Da diese "alternativen" Brennmaterialien eine Vielzahl von Schadstoffen enthielten, die nicht nur den Hausbewohnern, sondern auch der Umwelt schadeten, darf nur noch unbehandeltes und trockenes Holz verfeuert werden. Allen Kaminen ist gemeinsam, dass sie als offene Feuerstelle in eine Mauer eingefügt sind und über einen Abzug (Schornstein) verfügen. Hierfür ist der Bezirksschornsteinfeger der richtige Ansprechpartner: Er bestimmt, wie der Abzug aussehen muss und ist anschließend auch für die Abnahme zuständig. Allerdings haben sich Kamine weiterentwickelt: Die zum Raum hin offenen Kamine sonderten besonders viele Schadstoffe ab, da ihre Luftzufuhr nicht geregelt werden konnte. Moderne Kamine sind nach vorn mit einer Sichtscheibe abgeschlossen. Ihre Luftzufuhr kann genau geregelt werden, wodurch sich ihr Wirkungsgrad erhöht. Sie greifen in ihrer Ausführung einer gesetzlichen Regelung vor, die 2024 in Kraft tritt: Dann müssen Kamine gem. der Bundesimissionsschutz-Verordnung (BImSchV) eine Tür, einen Feinstaubfilter und gute Emissionswerte vorweisen können.
Mit Bioethanol betriebene Feuerstätten gelten übrigens nicht als Kamine, weil sie keinen Rauch entwickeln.

Kaminöfen

Neben fossilen Energieträgern werden Kaminöfen überwiegend mit Holz beheizt. Sie haben eine geschlossene Brennkammer aus Stahlblech oder Gusseisen und sind in der Regel freistehend. Durch die leicht regelbare Luftzufuhr ist ein Kaminofen schadstoffarm und kann einen Wirkungsgrad von 80 % erreichen. Hochwertige Kaminöfen sind mit Speckstein oder Keramik verkleidet und halten so die Wärme besser als preisgünstigere Modelle mit einer gusseisernen Ummantelung. Wie bei einem Kamin ist man auch hier auf den Schornsteinfegermeister angewiesen: Er berät zunächst, welches Modell sich grundsätzlich für den jeweiligen Heizbedarf eignet, wo sich der günstigste Standort befindet und welche gesetzlichen Auflagen beachtet werden müssen. Dabei spielt eine große Rolle, welche Aufgabe der Kaminofen erfüllen soll: Soll er nur einen oder mehrere Räumen beheizen? Wird er nur gelegentlich genutzt oder als ständige Heizungsunterstützung benötigt? Im letzten Fall kommen z. B. mit Holzpellets zu befeuernde Kaminöfen infrage. Um ihre Leistung jedoch wirtschaftlich zu nutzen, sollten ein 1.000-Liter-Warmwasserspeicher sowie eine Solaranlage für den Sommer vorhanden sein.

Kachelöfen

Unter einem Kachelofen wird ein Heizofen verstanden, der sich zum Beheizen von nur wenigen Räumen eignet und dessen Außenwände mit Kacheln verkleidet sind. Kachelöfen werden mit speziellen Ofenkacheln gesetzt und seit dem 20. Jahrhundert mit Zügen versetzt oder mit Schamottesteinen ausgekleidet. Aufgrund ihrer großzügigen Masse und der sehr guten Speicherfähigkeit der Schamottesteine kommen Kachelöfen mit wenig Brennmaterial aus und geben noch lange nach dem Erlöschen der Glut Wärme ab.
Das Design hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt: Die früher dominante grüne Ofenkachel wurde abgelöst durch moderne und oft großflächige Designkacheln, die oft on Schwarz- oder Brauntönen gewählt werden.
Im 20. Jahrhundert wurden die meisten Kachelöfen mit Braunkohlenbriketts oder Koks beheizt. Heute werden -schon aus ökologischen Gründen- Holz oder Holzbriketts verwendet.

Die Bedienung eines Kachelofens ist fehlerträchtig und sollte nicht ohne eine Einweisung vorgenommen werden, da es zu folgenschweren Unfällen kommen kann:

  • Verpuffungen können entstehen, wenn sich unter Sauerstoffmangel brennbare Gase entwickeln.
  • Sofern die Luftzufuhr unterbrochen wird, obwohl die Verbrennung noch nicht abgeschlossen ist, muss mit der Bildung von  giftigem Kohlenmonoxid gerechnet werden, das für Menschen tödlich sein kann.
  • Wenn sich aufgrund von unvollständiger Verbrennung im Schornstein Teer- oder Rußablagerungen bilden, kann dies zu einem Schornsteinbrand führen.

Kachelöfen zur Heizungsunterstützung

Moderne Wohnhäuser haben wegen ihrer guten Wärmedämmung und der hochwertigen Fenster und Außentüren einen geringeren Heizbedarf als ältere Gebäude. Vor diesem Hintergrund kann darüber nachgedacht werden, die Heizungsanlage mit der Heizleistung eines Kachelofens zu unterstützen. Dazu wird im Heizeinsatz mithilfe von Wärmetauscherflächen erwärmtes Wasser in einen Pufferspeicher transportiert. Dort wird die Wärme gewissermaßen wie bei einem Akku gespeichert und kann dort auch dann zum Heizen genutzt werden, wenn der Ofen gerade nicht in Betrieb ist. Bei einigen dieser Modelle wird mit nachgeschalteten Wärmetauschern die Wärme im Rauchgas verwertet, andere stellen das Warmwasser unmittelbar im mit Wasser umspülten Brennraum her. Die wasserführenden Modelle können -ergänzt durch eine Solaranlage- ganzjährig ein modernes Einfamilienhaus für bis zu vier Personen beheizen.

2. Zentralbefeuerung (Holzheizungen zur Gebäudeheizung mit Zentralheizungskessel)

Der Begriff "Zentralheizungskessel" bezeichnet Heizungsanlagen, die ein ganzes Gebäude beheizen können. In den meisten Fällen wird Wasser als Wärmeträger und auch als Speichermedium in Pufferspeichern genutzt.

Dies sind mit Holz beheizte Zentralheizungskessel:

Naturzugkessel

Ihre Leistung kann durch eine Klappenöffnung, die per Hand oder mithilfe eines Thermostats bedient wird, geregelt werden. Wegen dieser ungenauen Regelung kommt es häufig zu unvollständigen Verbrennungen und zur Bildung von Emissionen wie z. B. Kohlenmonoxid. Naturzugkessel können sowohl mit einer bestehenden Heizungsanlage (Gas, Öl, Pellet) kombiniert oder eigenständig genutzt werden. Um Leistungsspitzen auszugleichen sollte ergänzend ein Pufferspeicher installiert werden.

Holzvergaserkessel

Hier wird die Luftzufuhr mittels eines geregelten Gebläses gesteuert. Das hat sehr viel günstigere Emissionswerte und einen höheren Wirkungsgrad als bei Naturzugkesseln zur Folge. Ihre Leistung kann optimal genutzt werden, wenn gleichzeitig ein großer Pufferspeicher betrieben wird: Der Kessel kann durchgehend im energetisch optimalen Volllastbereich laufen, und die gespeicherte Wärme lässt sich über mehrere Tage hinweg nach Bedarf abrufen.

Holzpelletkessel

Sie bieten die Bequemlichkeit von Gas- oder Ölheizungen, weil die benötigte Menge an Holzpellets mittels einer Förderschnecke transportiert und mit Heißluft entzündet wird. Die erzeugte Wärme dient sowohl der Beheizung der Räume als auch des Trinkwassers. Eines der wichtigsten Entscheidungskriterien ist die Wahl der Anlagengröße: Nur unter Volllast läuft ein Holzpelletkessel wirtschaftlich. Ein weiteres ist der Platzbedarf: Ein Holzpelletkessel wird durch einen Pufferspeicher ergänzt, der Leistungsschwankungen und Temperaturdifferenzen zwischen erzeugter und verbrauchter Wärme ausgleicht. Dazu kommt weiterer Platzbedarf, um die Holzpellets zu lagern. Eine Beispielrechnung: Soll ein Standard-Einfamilienhaus mit einer 15 kW-Heizungsanlage ausgestattet werden, muss mit etwa 5-7 Kubikmeter Raumbedarf gerechnet werden, um ca. 3-5 Tonnen Pellets zu lagern. Heutige Anlagen erreichen einen Wirkungsgrad von mehr als 90 %. Inwieweit sich die Anschaffung eines Holzpelletkessels wirtschaftlich rechnet, hängt nicht zuletzt vom Wärmebedarf und der Preisentwicklung bei den fossilen Energieträgern im Verhältnis zum Pelletpreis ab. In den letzten Jahren ist der Holzpelletpreis aufgrund der guten Nachfrage gestiegen.

Hackschnitzelkessel

Hackschnitzelkessel ähneln in ihrer Funktions- und Handhabungsweise stark den Pelletkesseln. Auch hier werden die Hackschnitzel mit einer Förderschnecke transportiert, die Steuerung der Anlage übernimmt eine Lambdasonde. Wie bei den Pellets gilt auch hier: Werden größere Mengen abgenommen, wird der Preis geringer. Allerdings sind für Holzhackschnitzel noch größere Lagerkapazitäten nötig: Sie beanspruchen etwa den 10-fachen Platzbedarf von Heizöl und brauchen immerhin drei Mal so viel Platz wie Holzpellets. Hackschnitzelkessel haben gegenüber Pelletkesseln den Nachteil, dass die Anlage wegen der Ungleichmäßigkeit des Brennstoffs stärker beaufsichtigt werden muss, um Störungen zu vermeiden.

 

© 2017 ZBO.de - Zentrale Bauorganisation