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PlusenergiehausWer sich schon über Effizienzhäuser, Dreiliterhäuser und Passivhäuser informiert hat und ein derartiges Haus sein Eigen nennen möchte, wird auch die Tatsachen zu den Plusenergiehäusern sehr interessant finden:

Vor knapp drei Jahrzehnten war das Sparen von Energie eine Zukunftsvision für den Hausbau. Allein schon die Reduktion von Energieverbrauch war bereits ein Novum. So innovativ das für damalige Verhältnisse auch war, so schnell wurde der energieverbrauchsenkende Neubau von Eigenheimen aber auch schon zum Standard in der Bundesrepublik und der EU erklärt. Die Forschung hatte sich mit Energie-einsparendem zwar selbst übertroffen, aber „nur“ sparen? So ehrgeizig es damals schien, noch mehr als nur die Energieeinsparung zu erreichen, so normal ist dieser Gedanke heute geworden. Deshalb kann noch einen Schritt weiter gegangen werden.

Ein Plus an Energie beim Nullenergiehaus ergibt ein Plusenergiehaus

Wie soll das gehen? Indem mit dem Eigenheim mehr Energie produziert wird, als man im Haus selbst benötigt. Solche nach Vorgaben strenger Energiestandards gebaute Effizienzhäuser, die außerdem noch einen Überschuss an Energie erzeugen, werden Plusenergiehäuser genannt. Der Wortteil Plus steht also für eine positive Energiebilanz. Zu beachten ist aber, dass mit dem Begriff Plusenergiehais im Gegensatz zum Passivhaus kein definierter Energiestandard verbunden. Was genau zu einem Plusenergiehaus gehört,  ist also nicht durch Vorgaben geregelt.

Das Energiekonzept für ein Plusenergiehaus

Vorgaben hinsichtlich der Energieeffizienz für Plusenergiehäuser sind eher unwichtig. Es geht hier vielmehr um ein Haus, das dem Minimum an Energieeffizienz eines Passivhauses entspricht, keinen CO2-Ausstoß verursacht und mehr Strom erzeugt, als es benötigt.
Das heißt: Es ist genauso kompakt gebaut, mit Wärmepumpe ausgestattet und gut gedämmt wie andere Energiesparhäuser. Beheizt wird das Plusenergiehaus ausschließlich durch erneuerbare Energien wie beispielsweise Solarthermie. Wärmepumpen sind in diesem Haustyp das A und O.  Sie entziehen den in der Natur vorhandenen Energieträgern die Wärme und führen sie dem Haus zu. Das Warmwasser wird durch die auf dem Dach angebrachten Solarmodule sowie von Windkraftanlagen erzeugt, die auch arbeiten, falls die Sonne nicht scheint, wie beispielsweise in der Nacht. Die Haushaltsgeräte befinden sich haben die Energieeinstufung A++. Das bedeutet, dass sie jährlich pro Quadratmeter Wohnfläche weit unter 10 kWh Strom  verbrauchen. Plusenergiehäuser versorgen sich also selbst mit Wärme durch die aus Effizienzhäusern schon bekannten technischen Vorrichtungen und natürlich mittels einer sehr guten Isolierung der Gebäudehülle.

Drei Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Plus-Energie in diesem Haus

  1. Woher kommt eigentlich die überschüssige Energie  im Haus?
    Der überschüssige Strom wird durch Fotovoltaikanlagen auf dem Dach und ein Windrad produziert. Bei einem energieeffizienten Haus kann direkt mittels Sonnen- und Windenergie so viel Strom erzeugt werden, sodass sogar noch etwas davon übrig bleibt.
  2. Von wie viel Energie reden wir hier?
    Je nachdem, inwieweit die moderne Technik bei der Bauweise und die Vermessung für die Ausrichtung des Hauses ein- und umgesetzt werden, erreichen Plusenergiehäuser zwischen 1.500 und 3.000 kWh zusätzlichen Strom pro Jahr. Das entspricht einer Menge von 150 bis 300 l Heizöl. Wohlgemerkt: Aus Elektrizität lässt sich kein fossiler Brennstoff herstellen! Das Beispiel dient nur der Veranschaulichung und Vergleichbarkeit der überschüssigen Energiemenge. Ein normaler Neubau verbraucht etwa diese Menge an Heizöl pro Jahr, selbst wenn er nach der Energieeinsparverordnung gebaut wurde.
  3. Wofür nutzt man das Plus an Energie im Haus?
    Die "überschüssige", in Strom umgewandelte Sonnenenergie können Sie ins Stromnetz einspeisen. Bei einer Strommenge von 1.500 bis 3.000 kWh bedeutet das einen geschätzten kleineren Zusatzverdienst von ca. 270 bis 540 € im Jahr.
    Eine andere Alternative ist,  das benzinbetankte Auto durch ein elektrisch betriebenes Fahrzeug zu ersetzen. Bei 3.000 kWh erreicht man jährlich 30.000 km Fahrleistung.

Förderung für Plusenergiehäuser

Hier kommt das KfW-Programm 153 "Energieeffizient Bauen" zu Tragen. Dieses Förderprogramm richtet sich an Käufer oder Bauherren, die ein KfW-Effizienzhaus 55, 40 oder 40 plus kaufen oder bauen wollen. Wer ein solches Haus bauen lässt, kann die Baukosten inkl. der Baunebenkosten fördern lassen. Nicht förderfähig sind die Grundstückskosten. Für Käufer eines KfW-Effizienzhauses 55, 40 oder 40 plus wird der Kaufpreis für das Haus selbst berücksichtigt, jedoch nicht die Grundstückskosten.

Gefördert werden die kompletten Baukosten, jedoch maximal 120.000 Euro pro Wohneinheit. Zudem erhalten Sie beim Bau oder Kauf eines Effizienzhauses einen Tilgungszuschuss. Dieser beträgt

  • für ein Effizienzhaus 40 Plus  25 % des Förderdarlehens, mithin bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit.
  • für ein Effizienzhaus 40          20 % des Förderdarlehens, mithin bis zu 24.000 Euro pro Wohneinheit.
  • für ein Effizienzhaus 55         15 % des Förderdarlehens, mithin bis zu 18.000 Euro pro Wohneinheit.

Wer zudem sein Haus mit einer Ladestation für ein Elektroauto ausstattet, erhält einen Zuschuss von 900 Euro, sofern erneuerbare Energien genutzt werden. Wer also ein Haus mit Fotovoltaik-Anlage errichtet, profitiert doppelt.

 

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