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Trockenbau & DämmungIn einem Massivhaus kann mittels Trockenbau rasch ein zusätzlicher Raum geschaffen oder ein vorhandener Raum begrenzt werden. Bei dieser Technik werden nicht-tragende Bauteile miteinander verbunden. In Trockenbauweise erstellte Wände können deutlich schneller als gemauerte erstellt werden. Bei einer Ausführung von Trockenbau werden ausschließlich trockene Materialien zusammengesteckt oder verschraubt. Die Technik des Trockenbaues ist nicht auf den Aufbau von Wänden beschränkt, sondern kann sowohl bei Decken und Fußböden angewendet werden.

Trockenbauarbeiten in Eigenleistung

Mit etwas handwerklichem Geschick ist es nicht schwierig, Trockenbauarbeiten in Eigenleistung selbst durchzuführen. Neben der Bauzeit kann im Vergleich zum Fertigen von Mauerwerk auch viel Geld gespart werden. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass neben dem geeigneten Material auch das passende Werkzeug zur Verfügung stehen muss. Geräte wie Akkubohrer, Stichsäge, Tischkreissäge, Winkelmesser, Wasserwaage und Zollstock werden unbedingt benötigt. Die nötigen Geräte müssen nicht unbedingt gekauft werden: Oftmals besitzen Verwandte oder Freunde geeignete Werkzeuge, die sie gern verleihen. Auch Baumärkte bieten meistens einen Verleihservice für Baumaschinen an.

Dämmung und Verkleidung der Dachschrägen

Nicht nur bei der Errichtung von nicht-tragenden Innenwänden können Sie mit Eigenleistung viel erreichen, sondern auch  bei der Dämmung und Verkleidung der Dachschrägen in Ihren eigenen vier Wänden. Sie benötigen hierfür nur etwas handwerkliches Geschick, um die Mineralwolle zwischen die Sparren zu klemmen.

Die Dämmung im Dachgeschoss

In Zeiten der Energieeinsparung ist das Thema Wärmedämmung aktueller denn je. Verschiedene Dämmmaterialien werden auf dem Markt angeboten und sorgen so gerade bei Laien für Verunsicherung, die nicht wissen, welches Dämmmaterial sich am besten für ihre Zwecke eignet.

Unter den Naturfasern wird Flachs als 100%iges Naturmaterial gerne verwendet und hat sich gut bewährt. Eine positive Eigenschaft dieses Naturproduktes ist die hervorragende Fähigkeit, Luftfeuchte aufzunehmen und später wieder vollständig abzugeben. Dies kommt einem guten Wohnklima zugute. Im Winter bietet Flachs einen guten Schutz vor Kälte und im Sommer vor Hitze. Flachs wird als Isoliermaterial in Form von Platten angeboten und kann als reines Naturmaterial mit gutem Gewissen eingebaut werden. Flachs ist somit ideal als Schall- und Wärmedämmer für Boden, Wand und Decken.

Bei einer Dämmung mit Schafwolle wird diese mit Polyesterfasern vermischt und gegen den Befall von Ungeziefer chemisch behandelt. Diese zwei Aspekte lassen die Schafwolle als reines Naturprodukt im Bereich der Dämmung schlechter abschneiden. Als Wärmedämmmaterial kann Schafwolle allerdings mit hervorragenden Werten aufwarten, die mit denen von  Holzfaser, Steinwolle oder Polystyrol vergleichbar sind.

Als weiteres Material wird Perlite (erhitztes Vulkangestein) zur Dämmung verwendet. Perlite kann ebenfalls sehr gute Dämmwerte vorweisen und ist resistent gegen Ungeziefer. Es muss nicht chemisch behandelt werden und verfügt über ein sehr gutes Brandschutzverhalten.

Die Dämmung richtig zuschneiden und festklemmen

Bevor Sie die Gipskartonplatten auf die Sparren aufbringen können, sind weitere Schritte notwendig, um eine optimal gedämmte Dachfläche zu bekommen. Zunächst müssen Sie den Abstand zwischen den Sparren messen, um das richtige Maß für die Dämmung zu erhalten. Da der Abstand der Sparren nicht überall gleich ist, sollten Sie sich die Maße notieren. Schneiden Sie dann die Mineralwolle mit einem Überstand von ca. drei Zentimetern zu. Mit einem breiten Lineal oder einem Richtscheit sowie einem scharfen Wellenschliffmesser können Sie die Mineralwolle zuschneiden. Die einzelnen Stücke sollten dann möglichst flächig zwischen die Sparren geklemmt werden, dabei wird von unten nach oben gearbeitet. Nachdem alle Stücke eingepasst sind, wird Klebeband für die Dampfsperre angebracht. Erst wenn die Dampfsperre ordentlich angebracht und Fensterflächen ausgespart wurden, wird die Unterkonstruktion montiert.

Die Unterkonstruktion aus Holz

Mit der Anbringung der Unterkonstruktion wird am Kniestock begonnen, bevor auch an den Schrägen Traghölzer verschraubt werden. Auf diese Holzunterkonstruktion kann entweder eine zusätzliche Dämmung oder es können Gipskarton- oder Faserplatten angebracht werden. Auch die Kombination mehrerer Materialien ist hier möglich und im Fensterbereich in der Regel sogar sinnvoll. Allerdings müssen Sie dort, wo verschiedene Materialkanten aufeinandertreffen, auch entsprechende Vorkehrungen treffen, weil die Materialien unterschiedlich arbeiten und sich gegenseitig behindern können. Wichtig ist, dass die Arbeiten korrekt ausgeführt werden, um die bestmögliche Dämmwirkung zu erreichen. Sind alle Arbeitsschritte ausgeführt, kann mit dem Verputzen begonnen werden.

Deckenbekleidungen und Unterdecken (abgehängte Decken)

Um eine Unterdecke anzubringen, werden speziell konzipierte Abhängesysteme benötigt. Diese werden unterhalb der Massivdecke zwischen den Wänden verspannt. Auf diese Systeme werden dann die Trockenbauplatten, die hauptsächlich aus Mineralfaser oder Gipskarton bestehen, befestigt. Eine abgehängte Decke hat den Vorteil, dass zwischen der Massivdecke und dem Deckensystem ein Hohlraum entsteht. Dieser Deckenhohlraum bietet sich ideal als sogenannter Stauraum für Leitungen und Rohre an.

Das Anbringen von Installationswänden

Bei diesen Wänden handelt es sich um eine innovative und ausgereifte Entwicklung im Bereich des Trockenbaues. Installationswände sind speziell für Vorwandinstallationen konzipiert. Der Unterbau des Ständers ist hier in der Regel aus Metall gearbeitet. Diese Wände sind schwer entflammbar und können auch im Bereich der Schalltechnik empfohlen werden. In den Hohl- oder Zwischenräumen dieser zweischaligen Installationswände können alle gängigen Leitungen und Rohre für den Sanitärbereich sehr einfach eingebracht werden. Deshalb werden diese Wände auch oft bei der Sanierung von Massivhäusern verwendet. Auf dem Mauerwerk können problemlos Installationen ausgeführt werden, die Installationswand wird davor gesetzt. So werden Stemmarbeiten vermieden und das Mauerwerk wird geschont.

Weitere Verkleidungen: Vorsatzschalen, Verkofferungen, Schürzen und Abschottungen

Das Anbringen von Vorsatzschalen wird hauptsächlich aus Gründen der Wärmedämmung durchgeführt. Bestehenden Mauerwerken aus Beton oder Ziegel wird eine Vorsatzschale buchstäblich "davor" gesetzt. Diese Trennwände sind aus Gipskarton oder Holzfaserplatten hergestellt. Damit soll neben der Wärmedämmung auch der Schallschutz verbessert werden. Ebenso lassen sich bei dieser Vorgehensweise Leitungen und Rohre hinter der Vorsatzschale verstauen. Diese Wände können sowohl an Mauerwerken von Zwischenwänden als auch an Außenwänden angebracht werden. Werden auf die gleiche Weise, wie oben beschrieben Verkleidungen an Nischen, über Leitungen oder Rohre ausgeführt, dann wird je nach Ausführung von einer Verkofferung, Vorsatzschale, Schürze oder Abschottung gesprochen. Jedoch ist es nicht relevant, ob diese Verkleidung direkt angesetzt oder freistehend angebracht wird.

Einbauten in Konstruktionen von Trockenbauwänden

Versierte Heimwerker können in Eigenleistung Einbauarbeiten an Trockenbauwänden leicht durchführen. Egal, ob Einbauten (Kabel, Rohre, Leerrohre) zwischen zwei Wänden im Ständerbau, zwischen einer Massivwand und einer Trockenwand oder in der Decke eingebracht werden müssen: All das ist im Trockenbau kein Problem. So kann durchaus eine Decke mit "Sternenhimmel" in Form von unzählig vielen kleinen Lämpchen montiert werden. Hierzu werden die "Sternenlöcher" vor der Montage vorgebohrt und die Leuchten eingefügt.

Hinweis:
Natürlich gehören auch die Ständerwände (nicht tragende Trennwände) in die Kategorie des Trockenbau. Wir haben jedoch dafür einen separaten Menüpunkt angelegt: Trennwände

 

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