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FußbodenbelagsarbeitenDie Gründe für neue Fußbodenbeläge können vielfältig sein. Entweder möchte man ausgediente Beläge gegen neue austauschen oder als Häuslebauer die optimale und zweckmäßigste Wahl treffen. Die Beläge werden auf einem Unterboden verlegt, hierbei handelt es sich meistens um Estrich. Grundsätzlich kann man nicht-textile oder textile Belagarten (der Teppich) unterscheiden. In öffentlichen Gebäuden oder bei einem Gewerbebetrieb muss ein Bodenbelag einer starken Beanspruchung standhalten.

Schwere Einrichtungsgegenstände und anderes Inventar können nicht auf jedem Fußboden Halt finden und entsprechend ihrer vorgesehenen Verwendung genutzt werden, außerdem treten eventuell schon nach kurzer Zeit Abnutzungserscheinungen auf. Auch sich wohlzufühlen ist ein wesentliches Argument: Das Raumklima und die Behaglichkeit sind wichtige Aspekte, die in die Entscheidung für oder gegen einen Bodenbelag einfließen. Abgesehen von unterschiedlichen Teppicharten wie zum Beispiel Web-, Strick- oder Bondingteppichen gibt es bei nicht-textilen Belagarten noch weitere Möglichkeiten der Unterscheidung. Kurzum: Bodenbeläge sind sehr vielfältig.

Mineralische Fußbodenbeläge

Darunter werden Fliesen verstanden. Wenn sie verlegt wurden, ist diese Entscheidung für mehrere Jahre bindend. Vor der Verlegung muss wenn nötig der Untergrund vorbereitet werden, da keine Unebenheiten vorhanden sein dürfen. Hinsichtlich ihrer Qualität sollte darauf geachtet werden, dass die gewählten Fliesen rutsch- und abriebfest sind. Ohne vollständiges Arbeitsmaterial sollte nicht mit dem Verlegen der Fliesen begonnen werden. Dazu gehören zum Beispiel Fliesenkleber und ein Fliesenschneider. Das Verlegen von Fliesen ist keine einfache Arbeit und sollte nur von ausgebildeten Fliesenlegern oder versierten Heimwerkern durchgeführt werden.

Elastische Fußbodenbeläge

Es gibt diverse elastische Belagarten, darunter homogene und mehrschichtige Kunststoffbeläge wie beispielsweise PVC. Der größte Vorteil von PVC ist seine große Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beanspruchung und Wasser. Auch  Linoleum, Kork oder Kautschuk gehören zu den elastischen Bodenbelägen. Ihre Verlegung wird vor allem von qualifizierten Fachleuten vorgenommen, da spezielle Kenntnisse, Materialien und Werkzeuge für ein mängelfreies Ergebnis  notwendig sind. Kork ist zu 100% ein Naturwerkstoff, der für alle Wohnbereiche geeignet und sogar bei vorhandener Fußbodenheizung verwendbar ist. Auch Linoleum wird aus nachwachsenden Rohstoffen produziert, während die Kautschukbeläge in der Regel aus synthetischem Material hergestellt werden.

Hartbeläge

Zu den Hartbelägen zählen Fertigparkett, Parkett, Laminat oder Dielenboden. Laminat hat in den letzten Jahren sehr an Beliebtheit gewonnen und ist in vielen Stärken und Designs erhältlich. Beim Parkett- oder Dielenboden sorgt das Naturprodukt Holz für ein behagliches Wohngefühl, ist zeitlos und überzeugt durch seine Strapazierfähigkeit. Die Dekore sind vielfältig, die Pflege erfordert keine besonderen Fertigkeiten. Außerdem werden die verschiedensten Hölzer verwendet, sodass jedem Raum durch die Wahl der Holzart ein eigenes "Gesicht" gegeben werden kann. Fertigparkett kann leimlos verlegt werden, man spricht dabei von einer schwimmenden Verlegung. Bei Dielenboden wird eine Versiegelung mittels Öl oder Acryllack vorgenommen. Alle Naturprodukte haben den Vorteil, dass sie umweltbewusst, nachhaltig und allergenarm sind.

Fußbodenbelag verlegen

Laminat verlegen

Laminatfußböden bestehen aus mehreren Trägerschichten und einer Dekorschicht. Die Dekorschicht imitiert häufig den Parkettboden. Beginnen Sie mit der Verlegung in der linken Ecke des Raumes, die Nut muss dabei zur Wandseite zeigen. Zur Wand wird ein Abstandhalter montiert, um die Dehnfuge einzuhalten. Dann verbinden Sie durch leichtes Klopfen mit dem Schlagholz oder einem Hammer die einzelnen Paneele miteinander. Die Elemente werden dann auf die gewünschte Länge gesägt und mit einem Zugeisen positioniert. Manchmal verlaufen die Wände in einem Zimmer nicht gerade, dann muss der Wandverlauf auf die erste Reihe der Paneele übertragen werden. Hierzu ziehen Sie einfach die einzelnen Teile wieder auseinander und schneiden sie mit einer Stichsäge zu. Dann werden die Laminatstücke wieder zusammengesetzt. Die erste Reihe Laminat muss komplett verlegt sein, bevor Sie mit der Zweiten beginnen. Die Abschnitte müssen eine Mindestlänge von 20 Zentimetern aufweisen, da es anderenfalls zu wenig Festigkeit im Querfugenbereich gibt. Im Anschluss wird immer wieder das Schlagholz angesetzt, da jede Reihe exakt an die vorherige anschließen muss. So können in jedem Schritt die Laminatstücke Reihe für Reihe verlegt werden, immer nach dem gleichen Prinzip. Mit dem Zugeisen können Sie - falls erforderlich - die gesamte Fläche nachspannen. Die letzte Reihe wird passend auf die vorletzte zugeschnitten.

Teppich verlegen

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Teppicharten, aber nur zwei Verlegemethoden: verklebt oder lose aufgelegt. Auf welche die Entscheidung fällt, ist eine Frage des Geschmacks. Je fester das Material verlegt wird, um so hochwertiger zeigt sich später auch das Ergebnis. Wenn Sie Ihren Teppich verkleben möchten, muss der Raum zunächst komplett geräumt werden. Dann wird der Teppichboden ausgerollt und muss mindestens einen halben Tag auf dem Boden ruhen. Dadurch liegen sich die Wellen aus. Jetzt kann der Teppich zugeschnitten werden. Er wird an die Wände angepasst, wobei immer ein kleines Übermaß vorhanden sein sollte. Zum Verkleben ist ein gereinigter Boden nötig. Darauf wird dann das Klebemittel verstrichen, der Teppich wird zurückgeklappt und auf dem Boden verklebt. Zum Trocknen des Klebers ist eine Wartezeit von mindestens einem Tag nötig, erst dann kann das Zimmer wieder eingeräumt werden.

Linoleum verlegen

Es gibt für Linoleum mittlerweile ein großes Angebot an schönen Designs und Farbvarianten. Dieser Bodenbelag besteht in der Regel aus natürlichen Rohstoffen wie einem Jutegewebe, Leinöl, Holz- oder Korkmehl sowie Naturharzen. Nur in wenigen Linoleum-Produkten sind auch Kunststoffe enthalten. Durch eine spezielle Oberflächenbehandlung ist er im Gegensatz zu dem Produkt aus den 1950er Jahren sehr pflegeleicht und robust. Das Verlegen von Linoleumbelägen wird ebenso vorbereitet wie beim Teppich. Das Linoleum nimmt die Feuchtigkeit des Klebers und des Bodens auf. Die so in ihm entstehende hohe Feuchtigkeit bewirkt eine sehr lange Trocknungszeit von bis zu sechs Wochen. Erst danach ist der Boden voll belastbar. Die Damit der verlegte Linoleumboden vollständig und ohne Fugen an die Wände anschließt, werden spezielle Wandanschlusssysteme verwendet, die ebenfalls aus Linoleum bestehen. Sie sorgen für einen sauberen Abschluss. Zum Abdichten der Nähte verwenden Sie Linoleumschmelzdraht, der farblich an den Boden angepasst ist. Hierzu wird ein Handschweißgerät oder ein Schweißautomat benötigt.

Kork verlegen

Korkböden werden als Parkett mit Nut-und-Feder-Systemen oder Fliesen angeboten. Sie sind warm und haben auch wegen ihrer schallschluckenden Eigenschaft einen guten Ruf. Zum Verlegen von Kork müssen Sie ebenfalls den Untergrund überprüfen: Er sollte glatt, plan, rissfest, trocken und sauber sein; große Mulden oder Löcher werden mit Spachtelmasse ausgefüllt, um eine glatte Verlegefläche vorzubereiten. Sollte der Kork auf einem Dielenboden verlegt werden, benötigen Sie Verlegeplatten zur Begradigung. Jetzt können die einzelnen Korkplatten oder -paneele verklebt werden.

Parkett verlegen

Hier sollten Sie sich zunächst über das entsprechende Material informieren, das verlegt werden soll. Kenntnisse über die verschiedenen Parkettarten und Verlegetechniken sind für die Arbeit sehr nützlich. Parkett wird in Einschicht- und Mehrschichtparkett unterteilt. Einschichtparkett besteht aus massivem Vollholz, Mehrschichtparkett setzt sich aus unterschiedlichen Schichten zusammen. Ein- oder zweischichtiges Parkett wird auf den Untergrund aufgeklebt, das dreischichtige kann auch schwimmend auf einer dämmenden Unterlage verlegt werden. Vor dem Verlegen sollte das Material akklimatisiert werden. Der Grund hierfür ist, dass Holzwerkstoffe bei Temperaturschwankungen ihre Form verändern können und sich ausdehnen. In dem Raum, in dem der Fußboden verlegt werden soll, muss das Material für ca. 48 Stunden an die dortigen Temperaturverhältnisse angepasst werden. Der Untergrund muss nun gründlich gereinigt und geebnet werden. Hier kann ebenfalls Spachtelmasse zum Einsatz kommen, sofern Löcher oder Mulden vorhanden sind. Alte Fußbodenbeläge oder -reste müssen entfernt werden.

Mosaikparkett verlegen

Hier ist die Symmetrie von großer Bedeutung. Die Einteilung der einzelnen Tafeln erfolgt so, dass zu den Wänden des Zimmers ein gleich großer Abstand besteht. Sie erhalten dadurch einen zusätzlichen Verschnitt. Die Größe der einzelnen Parkettelemente ist entscheidend dafür, wie viel Verschnitt Sie übrig halten. Die Endstücke werden so zugesägt, dass Sie zur Wand hin eine Dehnungsfuge von mehr als zehn Millimetern erhalten. Nun spannen Sie eine Richtschnur. Diese dient zur Orientierung für das Verlegen der Elemente. Im nächsten Schritt wird der Kleber auf die einzelnen Flächen aufgetragen. Es dürfen nicht zu viele Teile auf einmal bestrichen werden, da sie innerhalb von 30 Minuten nach dem Auftragen verklebt werden müssen. Jetzt werden die Parkettstücke auf den Boden gelegt und eng an die anderen Tafeln angefügt. Dieses Prinzip wird Reihe für Reihe angewandt. Jede neu verlegte Reihe muss im Nachhinein mit einem Keil fixiert werden. Die Trockenzeit für das Mosaikparkett beträgt mindestens 24 Stunden. Danach darf der Boden schon belastet werden, nachdem Sie alle Keile entfernt haben. Die Fußeisten werden zum Schluss montiert.

Massiv- und Mehrschichtenparkett verlegen

Für die Verlegung des Massiv- und Mehrschichtenparketts ist der Lichteinfall im Raum von besonderer Bedeutung. Sie beginnen mit der Verlegung in der rechten Ecke des Zimmers. Die Nutseite der ersten Reihe muss sehr gerade zur Wand ausgerichtet sein. Hierbei sind Abstandskeile hilfreich. Zur Wand hin sollte eine zehn Zentimeter breite Dehnungsfuge vorhanden sein. Wie auch schon beim Laminat müssen die ersten drei Reihen trocken verlegt werden. Danach kleben Sie die weiteren Teile auf den Untergrund auf. Der Kleber wird hierfür gleichmäßig aufgetragen. Nun können Sie die Dielenbretter auf den Boden auflegen. Sie sollten dabei unbedingt, dass Klebstoff auf die Kanten gelangt. Nachdem die ersten drei Reihen fertiggestellt sind, benötigen sie eine Trockenzeit von einer Nacht. So erreichen Sie einen festen Anschlag. Ist diese Zeit verstrichen, kann die Verlegung fortgesetzt werden. Die letzte Dielenreihe muss zugeschnitten und verklebt werden. Hier ist maßgeblich, dass auf der Wandseite eine zehn Zentimeter breite Dehnungsfuge vorhanden ist. Mithilfe eines Zugeisens können Sie nun alle Elemente zusammensetzen. Nach 24 Stunden ist der Boden voll belastbar.

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