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Dachgauben sind Dachauf- oder vorbauten an den Stirnseiten geneigter Dächer. Sie dienen der Belüftung und Belichtung des Dachraumes und sind zu diesem Zweck mit Fenstern ausgestattet. Gleichzeitig vergrößert und verbessert sich durch eine Dachgaube die dahinter befindliche Nutzfläche im Vergleich zu einem aufliegenden Dachfenster deutlich. Die Kurzform von Dachgaube lautet Gaube oder Gaupe, in der Schweiz wird der schicke Vorbau Lucarne genannt, in Österreich Dachkapfer. Mit Dachgauben versehen Häuser verfügen über eine gehörige Portion Charme.

Bei der Planung eines Eigenheimes entscheidet der Bauherr zusammen mit dem Architekten, ob durch Dachgauben von vornherein ein erweiterter Wohnraum im Dachgeschoss ermöglicht werden soll. Bei älterem Hausbestand werden durch den nachträglichen Einbau von Dachgauben zusätzliche Nutz- und Wohnräume im Dachgeschoss geschaffen. Ehemals schmucklose, glatte Dächer verwandeln sich durch Gauben in eine lebendige, attraktive Dachlandschaft. Das Haus wird insgesamt optisch aufgewertet.

Folgende Dachgaubentypen finden im Hausbau Verwendung:

SchleppgaubeSchleppgaube

Die Konstruktion dieser Gaubenform besteht aus einem stark geneigten Flachdach mit unterschiedlich gestalteten Seitenwänden. Hier gibt es drei verschiedene Formen, die sich nur in der Neigung der Gaubenbacken unterscheiden. Entsprechend der Wangengestaltung ist die Dachfläche mehr oder weniger stark ausgeprägt. Ein nachträglicher Einbau ist möglich. Unterschieden wird zwischen der geraden, liegenden und schrägen Schleppgaube

GiebelgaubeGiebelgaube

Die Giebelgaube besitzt wie ihr großes Vorbild ein kleines Satteldach mit zwei Dachschrägen. Zwischen den Wangen können bis zu zwei Fenster eingebaut werden. Dieser Giebelbau lässt sich sehr leicht nachträglich vornehmen.

WalmgaubeWalmgaube

Eine Walmgaube ist wie eine Giebelgaube aufgebaut, besitzt jedoch statt einem Satteldach ein kleines Walmdach mit vier Dachschrägen. Giebelgaube und Walmgaube sind die gebräuchlichsten Gaubenformen und werden inzwischen auch als Fertigteile angeboten.
 

FledermausgaubeFledermausgaube

Bei dieser attraktiven, aufwändigen Gaubenform gibt es keine Gaubenwangen, sondern nur ein geschwungenes Dach mit geschweiften Kehlen. Auch die Fensterform ist bei dieser Form gerundet. Wenn die Fledermausgaube sehr klein bemessen ist, spricht man von einem Ochsenauge. Die Planung erfolgt beim Hausbau, ein nachträglicher Einbau ist nicht vorgesehen.

Spitzgaube-DreiecksgaubeSpitzgaube / Dreiecksgaube

Bei der auch Dreiecksgaube genannten Spitzgaube wird auf die Backen verzichtet. Die Stirnseite hat die Form eines Dreiecks, das aus den beiden Dachflächen des Satteldachs gebildet wird. Die Spitzgaube ist die wohl einfachste Gaubenform, ein Dach zu belüften und die Lichtverhältnisse zu verbessern und findet bei Dächern mit geringer Neigung Verwendung.

RundgaubeRundgaube

Dieses Gaubenform erinnert an ein kleines Tonnendach. Diese Dachgaube verfügt über zwei Seitenwände und eine halbrunde Dachform. Je nach Ausprägung der Rundung wird dieser Typ auch Tonnengaube oder Segmentbogengaube genannt.

 

ZwerchhausEine Zwerchhaus ist keine Dachgaube

In der Vergangenheit besaß einer Dachgaube zusätzlich zu ihrem funktionellen Wert eine Schmuckfunktion. Zahlreiche Häuser historischer Altstädte besitzen aufwändig gestaltete Dächer mit kunstvoll verzierten kleinen Dächern auf den Gauben. Auch die Fronten waren geschmückt oder besaßen gar einen eigenen Giebel. Dann jedoch handelte es sich nicht um Gauben sondern um Zwerchhäuser. Diese kunstvollen Gebilde sind Vorbauten in Dachhöhe, die entweder unterhalb des Dachfirstes enden, mit dem First ein Kreuz bilden oder als Türmchen den Dachfirst des Hauses überragen.
Dachgauben unterscheiden sich deutlich vom sogenannten Zwerchhaus, das mit der Außenwand verbunden ist. Hierbei handelt es sich um einen aufgemauerten, überdachten Giebelvorbau, der auch mehrgeschossig ausfallen kann. In massiven Altbauten ist hierdurch oft der Treppenaufgang gekennzeichnet. Der nachträgliche Bau eines Zwerchhauses ist in der Regel nicht vorgesehen. Der Begriff könnte sich von „Zwergenhaus“ ableiten, weil der Giebelaufbau wie ein winziges Haus aussieht, tatsächlich bedeutet „zwerch“ jedoch „quer“.

Dachgauben: Aufbau oder Vorbau - gleich oder später?

Eine Dachgaube besteht aus zwei Seitenwänden (Gaubenwangen oder Dachbacken), der Stirnseite mit ein oder zwei Fenstern und einem kleinen Dach, das sich an der Form des vorhandenen Hauptdaches orientiert. Die verwendeten Materialien hingegen können abweichen. Die Gaube befindet sich leicht hinter der Dachtraufe zurückversetzt und besitzt keine konstruktive Verbindung zur Außenwand des Hauses. Eine Gaube ist eine aufgesetzte Konstruktion, die wetter- und regenfest mit Dachgerüst und Dachhaut verbunden wird.

So wie es verschiedene Dachformen gibt, existieren auch unterschiedliche Gaubenformen, die als Gaubentypen bezeichnet werden. Die am häufigsten genutzten Gaubenformen besitzen zwei Gaubenwangen, einige kommen ohne Seitenwände aus und bestehen nur aus dem Dachvorsprung. Eine Sonderform der Gaubenkonstruktion stellt der Dachreiter dar, der auf den Dachfirst gesetzt wir und oft ein Türmchen oder einen Austritt bildet.

Welcher Baustoff ist für Dachgauben der beste?

Hauptwerkstoff für Dachgauben ist Holz. Zimmermann oder Dachdecker können auch bei einem nachträglichen Einbau in der Regel ohne zusätzlich Baugenehmigung arbeiten. Fertigteile mit bereits eingebauten Fenstern sowie formbare Elemente aus Zinkblech werden ebenfalls gern verwendet. Hiermit kann der Hausherr den Dachausbau in Eigenregie vornehmen, versprechen die Hersteller. Wir empfehlen dennoch die Beauftragung eines Fachmanns. Der Innenausbau erfolgt nach der wetterdichten Montage und der fachgerechten Verbindung mit der Dachhaut anschließend mit Gipskartonplatten oder Paneele und geeigneten Dämmmaterialien.

 

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