Vorbemerkungen

Diese Baubeschreibung ergänzt die Baubeschreibung für den Hausbau mit Bodenplatte.

Die Textversion haben wir als pdf-Dokument hinterlegt: Baubeschreibung zum ausdrucken.
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Wir gehen davon aus, dass der Keller als ein untergeordneter Nutzraum ausgeführt wird. Gern unterbreiten wir Ihnen auch ein Angebot für die Nutzung des Kellers als Wohnraum, Hobbyraum oder Sauna. Sie erhalten bei uns einen Betonkeller, der von der renommierten Firma Glatthaar hergestellt wird. Die von Joachim Glatthaar 1980 gegründete Spezialfirma für Fertigkeller und Bodenplatten ist mittlerweile Marktführer für den Kellerbau aus Betonelementen.

Hinsichtlich der Kelleraußenabdichtung unterscheiden wir zwischen diesen Abdichtungsarten gegen die Lastfälle/Wasserbelastungen:

  1. Abdichtung gegen Bodenfeuchte
  2. Abdichtung gegen aufstauendes Sickerwasser
  3. Abdichtung gegen drückendes Wasser

Welche Abdichtung für Ihren Keller zur Ausführung kommen sollte, richtet sich nach der Bodenbeschaffenheit Ihres Grundstücks. Aufschluss darüber gibt die Baugrunduntersuchung, die in unseren Offerten immer enthalten ist.


Die Leistungen für die Ausführung des Standardkellers

Statik

Im Leistungsumfang ist die Erstellung einer prüffähigen Statik für den Keller enthalten.

 

Bauanlaufgespräch und Bauleitung

Vor dem Baubeginn erfolgt eine Grundstücksbesichtigung. Hier werden gleichzeitig die Absprachen bezüglich der erforderlichen Erd- und Kanalarbeiten getroffen.

Die Vorbereitung, Überwachung und Abwicklung der für den Kellerbau zu erbringenden Leistungen übernehmen die Fachbauleiter der Firma Glatthaar in Zusammenarbeit mit unserem Bauleiter.

 

Montagepläne

Im Leistungsumfang sind das Erstellen der erforderlichen Montagepläne sowie des Fundamentplans enthalten.

 

Baustelleneinrichtung

Das Einrichten der Baustelle beinhaltet das Vorhalten aller für den Kellerbau notwendigen Gerätschaften, Schalmaterialien und einer Bautoilette bis zur Fertigstellung des Kellers. Restmaterial wird während der Bauzeit auf dem Baugrundstück gelagert.

 

Erdarbeiten

Die Leistung umfasst den Aushub, die seitliche Lagerung des Verfüllmaterials und die Lagerung des überschüssigen Bodens auf dem Baugrundstück. Sollte keine ausreichende Lagermöglichkeit für den Aushub auf dem Grundstück vorhanden sein, erfolgt die Abfuhr und Entsorgung des nicht erforderlichen Bodens sowie die Neuanfuhr des Verfüllmaterials auf Kosten des Auftraggebers. Nach Fertigstellung des Kellers wird die Baugrube lagenweise auf das vorhandene Grundstücksniveau wiederverfüllt und mechanisch verdichtet.

Hinweise

  1. Kalkulatorisch gehen wir davon aus, dass der Baugrund mindestens einen geotechnischen Bemessungswert des Sohlwiderstandes von 280 kN/m² aufweist und der Bodenklasse 3-5 entspricht.
  2. Wir legen in den statischen Berechnungen ein Bettungsmodul (ks) von mind. 15.000 kN/m³ oder ein Steifemodul (Es) von mind. 20 MN/m² zugrunde. Sofern Ihr Baugrund von diesen Eigenschaften abweicht, müssen die Mehraufwendungen für Gründungsarbeiten sowie ggf. Mehrstahl und Mehrbeton gesondert vereinbart werden.
  3. Nicht enthalten sind Anforderungen, die aus Prüfstatik und/oder örtlichen Besonderheiten resultieren, Sondergründungen bei Hanglagen, Fels, Grundwasser, Lehmboden oder Unterfangungen sowie Wasserhaltung.
  4. Mehrkosten entstehen bei kontaminiertem, verunreinigtem oder anders belastetem Aushub sowie durch Zusatz- und Mehrleistungen des Bauherrn.

 

Wanddurchführungen für Entwässerungsleitungen

Für den späteren Anschluss von Entwässerungsrohren werden in die Außenwand des Kellers bis zu zwei Wanddurchführungen eingebaut. Zur Ausführung kommt ein Kanalgrundrohr Ø 100 mm. Bis zur Nutzung werden die Wanddurchführungen verschlossen.
Die in der Planungsphase vereinbarten Positionen der Wanddurchführungen sind verbindlich.

 

Fundamenterder (Funktionspotentialausgleichsleiter)

In die Bodenplatte des Kellers wird ein verzinkter Fundamenterder einschließlich der benötigten Anschlussfahne aus Edelstahl (V4A, bis zu zwei Stück) für den späteren Anschluss des Ringerders gelegt. Die Position der für den Anschluss an die Potentialausgleichsschiene benötigten Anschlussfahne wird vom Planer vorgegeben. Gemäß DIN 18014 wird die Erdungsanlage durch eine Elektrofachkraft geplant und vor der Betonage dokumentiert. Zu dieser Dokumentation gehören die notwendigen Fotos und die Durchgangsmessung der einzelnen Verbindungsstellen. Zudem wird im Arbeitsraum ein Ringerder aus Edelstahl (V4A) inkl. des Anschlusses an die Erdungsfestpunkte eingebracht.

 

Bodenplatte

Nach Fertigstellung des Aushubs wird ein Planum hergestellt und eine Sauberkeitsschicht mit einer PE-Folie als Trennlage verlegt.
Die ca. 20 cm starke Bodenplatte aus Beton (C25/30) wird mit der statisch erforderlichen Bewehrung (kalkuliert sind bis zu 12 kg/m²) und der für die Kelleraußenwände benötigten Anschlussbewehrung errichtet.
Die Oberfläche der Bodenplatte ist roh abgezogen.

 

Geschosshöhe / lichte Rohbauraumhöhe

 

Kelleraußenwände

Die Außenwände werden aus zweischaligen Betonfertigteilen in C25/30 mit einer Wanddicke von ca. 20 cm inklusive der statisch erforderlichen Bewehrung als Elementwände aufgestellt.
Der Zwischenraum der Elementwände wird auf der Baustelle mit Transportbeton ausgegossen und bildet so einen fugenlosen Betonkern.
Die Wandfugen der Außenwände sind sichtbar.

 

Kellerfenster

Im Preis enthalten sind vier weiße Fenster aus Kunststoff (ca. 90/75 cm), ausgeführt in hochwertiger Therm-Leibung inkl. Dreh-Kippbeschlag und dreifacher Wärmeschutzverglasung.
Der Wärmedurchgangskoeffizient (UG -Wert) der Kellerfenster beträgt 0,6 W/m²K.

 

Lichtschächte in der Standardausführung (Lastfall Bodenfeuchte)

Sofern nicht anders vereinbart, führen wir alle Kellerfenster mit Kunststofflichtschacht inklusive verzinktem Abdeckrost und Abhebsicherung aus.

Hinweis:
Je nach Lastfall müssen für Lichtschächte gesonderte Leistungen erbracht werden. Diese Leistungen müssen individuell vereinbart und vergütet werden.

 

Kellerinnenwände

Tragende Innenwände führen wir in einer Dicke von ca. 12 cm aus, Trennwände haben eine Dicke von ca. 10 cm. Grundsätzlich sind im Leistungsumfang mindestens die tragende Mittelwand sowie eine Trennwand seitlich des Treppenhauses enthalten. In der Summe ergeben die im Leistungsumfang enthaltenen Kellerinnenwände mindestens ein T. Darüber hinaus sind alle in der Bauplanung ausgewiesenen Innenwände im Leistungsumfang enthalten. Ausgeführt werden die Kellerinnenwände in Beton C20/25, inklusive eingebauter Bewehrung. Die Kellerwände sind einseitig schalungsglatt und einseitig gescheibt, die Türöffnungen sind abgeschalt.

 

Kellerdecke

Bei der Kellerdecke handelt es sich um eine Großflächendecke mit einer Dicke von ca. 18 cm. Ausgeführt wird diese in Beton C20/25 mit der erforderlichen Bewehrung bis 14,5 kg/m². Unterseitig ist die Decke schalungsglatt, die Plattenfugen sind sichtbar und nicht verspachtelt.
Sofern gemäß der Planung durch die Kellerdecke Sanitär- und Heizungsrohre führen sollen, werden die entsprechenden Aussparungen hergestellt.

 

Treppe

Im Standard werden Betontreppen mit einem Steigungsgeländer gemäß Planung ohne Belagsarbeiten ausgeführt. Das Geländer wird grundiert übergeben, weitere Malerarbeiten für das Geländer sind im Preis nicht enthalten.

 

Kellerabgang / Kellerflur

Der Kellerflur ist beheizt. Die Umfassungswände des Kellerflurs (innen und außen) sind gedämmt mit einer 100-mm-Dämmung. Die Verbindungstür vom Kellerflur zum übrigen Keller ist eine Klimatür. Der Fußboden im Kellerabgang ist gemäß der Energieeinsparverordnung gedämmt und erhält einen Zementestrich.

 

Wandfugen schließen

Senkrechte Wandfugen innerhalb des Kellers werden verschlossen und sind somit für die weitere Bearbeitung seitens der Bauherrn vorbereitet.

 

Kellerabdichtung

Für alle im Folgenden beschriebenen Lastfälle bilden die Normen und Richtlinien des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton (WU-Richtlinie), Ausgabe November 2003, die Grundlage. Unabhängig vom jeweiligen Lastfall sind Schutzmaßnamen gegen aggressive Wässer sowie Einflüsse durch Radon oder Methan nicht im Leistungsumfang enthalten und müssen gesondert vereinbart werden.

 

Ausführung im Lastfall Bodenfeuchte (Standardausführung)

Wenn

In der Standardausführung werden die Elementwandfugen im erdangefüllten Bereich abgedichtet. Die Flächenabdichtung wird durch den wasserundurchlässigen Beton der Bodenplatte und der Außenwände erreicht. Die Abdichtungen der Wanddurchführungen entsprechen dem Lastfall Bodenfeuchte. Durch einen Anfüllschutz (Noppenbahn) wird die Abdichtung vor Beschädigungen geschützt.

Hinweise
Die Funktion der Dränage nach DIN 4095 muss auf Dauer gewährleistet sein. Der Einbau einer Dränage erfordert eine wasserrechtliche Genehmigung, die durch den Auftraggeber einzuholen ist.

 

Ausführung im Lastfall aufstauendes Sickerwasser (gegen Mehrpreis)

Wenn

Für diesen Lastfall führen wir den Keller wie folgt aus:
Die Bodenplatte wird in einer Dicke von ca. 25 cm aus wasserundurchlässigem Beton und einem Bewehrungsgrad bis zu 20,0 kg/m² ausgeführt. Die Wanddurchführungen für die Entwässerung werden druckwasserdicht ausgebildet. Die Außenwände werden mit wasserundurchlässigem Beton in einer Dicke von 24 cm hergestellt und bilden so die Flächenabdichtung.


Ausführung im Lastfall drückendes Wasser (gegen Mehrpreis)

Wenn der langjährig ermittelte Bemessungsgrundwasserstand weniger als 0,30 m unter der Unterkante der Bauwerkssohle liegt, sprechen wir vom Lastfall drückendes Wasser. Die Form der Abdichtung erlaubt es, dass der Keller bis 1,40 m im drückenden Wasser stehen kann. Zudem können gegen Mehrpreis auch Keller ausgeführt werden, wenn der Bemessungswasserstand über dem oben genannten Wert liegt. Jedoch sind die dafür erforderlichen Maßnahmen, wie zum Beispiel Lichtschächte in druckwasserdichter Ausführung, Sicherung gegen Auftrieb und weitere Verstärkungen der Bodenplatte gesondert zu vereinbaren. Für die Ausführung des Kellers gelten die unter „Lastfall aufstauendes Sickerwasser“ beschriebenen Leistungen mit folgenden Erweiterungen:

  1. Die Bodenplatte wird mit einem Bewehrungsgrad bis zu 24,0 kg/m² ausgeführt.
  2. Der Beton wird im Rahmen der Überwachungsklasse 2 nach DIN 1045-3 vor Ort von einer anerkannten Prüfstelle überwacht. Es werden Probewürfel zur Qualitätskontrolle hergestellt und im Labor überprüft.
  3. Die Elementfugen der Kelleraußenwände und die Anschlussfugen zwischen der Bodenplatte und den Wandelementen werden im erdangefüllten Bereich abgedichtet.

 

Elektroinstallation

Jeder Kellerraum ist mit einer Deckenbrennstelle inkl. Lichtschalter und einer Steckdose ausgestattet. Die Installation erfolgt sichtbar auf der Wand oder Decke. Im Kelleraufgang führen wir die Deckenbrennstelle mit einer Wechselschaltung aus. Zusätzliche Steckdosen oder eine Leerrohrverkabelung erhalten Sie gegen Mehrpreis im Rahmen einer gesonderten Vereinbarung.

 

Hinweise

  1. Die Entscheidung, welche Abdichtungsvariante zum Einsatz kommt, trifft der planungsverantwortliche Architekt oder Bauingenieur. Um diese Entscheidung treffen zu können, wird ein Baugrundgutachten in Auftrag gegeben, welches Klarheit über notwendige Parameter des Baugrundes und ggf. des Grundwasserstandes gibt.
  2. Alle Angaben zur Dicke der Bauteile und der enthaltenen Stahlmengen richten sich nach den Bodenkennwerten und der Begrenzung eines Gebäudes auf maximal zwei Vollgeschosse.
  3. Unsere Keller sind als Nutzkeller (untergeordnete Nutzung) konzipiert. Für Wohnkeller oder andere individuelle Nutzformen sind zusätzliche Maßnahmen wie zum Beispiel Wärmedämmung, Be- und Entlüftung und Beheizung notwendig, die gesondert zu vereinbaren und vergüten sind.
  4. Gemäß der Energieeinsparverordnung ist bei unbewohnten und/oder unbeheizten Kellern ein wärmegedämmter Kellertreppenabgang unabdingbar. Im Leistungsumfang dieser Baubeschreibung ist diese Leistung deshalb enthalten.
  5. Bevor Sie den Keller nutzen, muss unbedingt durch gezielte Lüftung dafür gesorgt werden, dass die in den Bauteilen enthaltene Baufeuchte reduziert wird. Wir haften nicht für Schäden an feuchteempfindlichen Gegenständen, wenn sich im Schadensfall noch keine Ausgleichsfeuchte eingestellt hat.
  6. Sofern das Erreichen der Ausgleichsfeuchte durch weitere Baumaßnamen verhindert wird, sollte der Einbau einer Abdichtungsbahn oberhalb der Bodenplatte vor der Ausführung der Ausbaugewerke in Erwägung gezogen werden.
  7. Haarrisse in den geschlossenen senkrechten Wandfugen innerhalb des Kellers sind unbedenklich und führen nicht zur Beeinträchtigung der Standsicherheit und Dichtheit.
  8. Bei der Ausführung des Kellers kann es bei Doppel- oder Reihenhauskellern aus technischen Gründen zu Abweichungen in der Ausführung des Kellers und/oder der beschriebenen Abdichtungsausführung kommen.
  9. Behörden, Prüfstatiker und/oder einzelne Bundesländer fordern für Keller unter Umständen verschiedene Nachweise und Fachplanungen. Dazu zählen zum Beispiel Nachweise für den Wärme-, Schall- und Brandschutz oder der Nachweis einer Fachplanung für die Entwässerungsanlage oder Zufahrtsrampen zu Tiefgaragen und deren Anschluss an den öffentlichen Verkehr. Diese Nachweise und detaillierten Ausführungsplanungen sind uns durch den Auftraggeber unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Auf Wunsch vermitteln wir Ihnen gern die entsprechenden Fachplaner.
  10. Gesondert zu vereinbaren und vergüten sind auch Forderungen hinsichtlich der Dicke von Bauteilen, höhere Bewehrungsgrade oder bestimmte Betonzusätze. Diese behördlichen Vorgaben sind insbesondere beim Bauen in Erdbebenzone 3 oder Bergbausenkungsgebieten zu erwarten.

 

Extras

Auf Wunsch und gegen gesonderte Berechnung führen wir für Ihren Keller auch diese Leistungen aus:


Schlussbemerkungen

Diese Baubeschreibung ist Grundlage der von uns angebotenen Keller.
Auf Wunsch können einzelne Punkte der Baubeschreibung verändert und Ihrem persönlichen Bedarf angepasst werden, wenn dies technisch möglich ist, dem Stand der Technik entspricht und uns rechtzeitig vor Planungsbeginn mitgeteilt wird.
Die Ausführung der Bauleistungen erfolgt nur von geschultem, zuverlässigem und qualifiziertem Fachpersonal unter Beachtung der geltenden DIN-Vorschriften, der Herstellerrichtlinien und der anerkannten Regeln der Technik. Es wird nur geeignetes Qualitätsmaterial mit einer bauaufsichtlichen Zulassung, Zertifizierung und Eignung verwendet. Grundlage dafür bilden die statische Berechnung und die Wärmeschutzberechnung.

Auf www.keller-bauen.de finden Sie Informationen zu den Bauweisen und Ausführungen beim Kellerbau.