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Hausbau für AllergikerDie Zahl der Allergiker in Deutschland und weltweit steigt stetig. Doch nur wenige von ihnen wissen mit der Erkrankung umzugehen. Umfassende Vorsorgemaßnahmen können helfen, Überempfindlichkeiten zu vermeiden oder zumindest die Symptome zu lindern. Besonders beim Hausbau sollte man daher auf einige Maßnahmen achten. Wir geben Ihnen einige hilfreiche Tipps.

Das passende Grundstück für Allergiker

Schon vor Beginn der Planungen für den Hausbau sollten Sie sich Gedanken über Ihren Bauplatz machen. Pollenallergiker sollten herausfinden, welche Bäume und Pflanzen in der Umgebung wachsen. Sind Sie z.B. gegen Birkenpollen allergisch, wird Ihnen die Birke im eigenen oder benachbarten Garten große Probleme bereiten. In zahlreichen Kommunen besteht aufgrund von Baumschutzsatzungen außerdem ein generelles Fällverbot, sodass sich ein "Problembaum" nicht einfach  beseitigen lässt. Auch Altlasten im Boden können Beschwerden auslösen. Bei Unklarheiten sollte ein Bodengutachten erstellt werden.

Nicht nur schadstofffrei – allergenarm bauen

Oft werden gerade beim Hausbau die Begriffe „schadstofffrei“ und „allergikerfreundlich“ gleichgesetzt. Hier besteht aber ein bedeutender Unterschied. Denn ein Haus, das mit ökologischen Materialien gebaut wurde, muss für einen Allergiker nicht gut sein, denn viele Menschen leiden unter Allergien gegen natürliche Produkte. Daher sollten Sie grundsätzlich vor Beginn der Bauarbeiten eingehend testen lassen, gegen welche Stoffe genau Sie allergisch sind. Diese Allergene dürfen nicht in den Baumaterialien vorhanden sein, denn auch verbaut können sie Reaktionen hervorrufen.
Dass die Baustoffe trotzdem schadstofffrei sein müssen, liegt auf der Hand. Chemisch behandelte Materialien können Allergien auslösen oder verstärken. Achten Sie daher sowohl auf ökologische Produkte als auch auf Ihre individuellen Überempfindlichkeiten. Hilfreich sind Qualitäts-Siegel, die Ihnen Natürlichkeit garantieren, z.B. das tox-proof Siegel vom TÜV Rheinland oder das Eco-Siegel.

Allergiker sollten auf

  • das TÜV-Siegel „Für Allergiker geeignet“ oder
  • das ECARF-Siegel (Nähere Informationen finden Sie auf www.ecarf.org.)

achten.

Zudem werden Allergiker-gerechte Öko-Häuser mit dem Allökh-Siegel ausgezeichnet.

Das Raumklima im Gleichgewicht halten

Wenn Sie als Allergiker über den Einbau einer Be- und Entlüftungsanlage nachdenken, sollte diese auch einen Pollenfilter enthalten. Eine Belüftungsanlage stellt ein ausgeglichenes Wohnklima her, das besonders wichtig ist, um Schimmelbildung vorzubeugen. Achten Sie aber darauf, dass die Anlage regelmäßig gereinigt und der Filter jährlich erneuert wird. Wer die Kosten für eine Lüftungsanlage im Eigenheim scheut, ist mit einem Blueair Luftreiniger gut beraten. Diese Geräte filtern Pollen, Schimmelsporen oder Schadstoffe aus der Luft und wurden speziell für Allergiker entwickelt.

Auch Baumaterialien beeinflussen das Raumklima. Wählen Sie grundsätzlich sehr trockene Hölzer und Stoffe, um die  Luftfeuchtigkeit in Ihrem Haus niedrig zu halten. Eine Luftfeuchtigkeit von über 60 % bietet Schimmel und Hausstaubmilben ideale Bedingungen, sich zu vermehren. Um die Feuchtigkeit in Ihren Räumen zu kontrollieren, sollten Sie ein Hygrometer anbringen. Ideal ist eine dauerhafte Feuchtigkeit von 50 - 60 %. Lüften Sie zudem regelmäßig, vor allem in Bad, Küche und Schlafzimmer.

Fußboden- oder Wandheizung einbauen

Als Allergiker sollten Sie auf herkömmliche Heizkörpern verzichten. Wenn Sie in Ihrem Neubau eine Fußboden- oder Wandheizung einbauen, erreichen Sie eine bessere Verteilung der warmen Luft. Besteht ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen der Temperatur der Wand, des Bodens und der Luft, wird weniger Staub aufgewirbelt, was gerade  Hausstauballergikern entgegenkommt.

Richtiger Bodenbelag vor allem bei Hausstauballergie wichtig

Im weiteren Verlauf des Hausbaus stehen Sie vor der Entscheidung, welche Bodenbeläge Sie wählen. Laminat- oder Holzböden sind besonders allergikerfreundlich, müssen allerdings regelmäßig gesaugt und gewischt werden, damit sich kein Staub sammelt. Teppiche gelten grundsätzlich als Staubfänger. Das stimmt allerdings nicht immer: Es gibt viele Teppiche, die allergikergeeignet und an einem Gütesiegel zu erkennen sind.

Fazit
Als Allergiker sollten Sie sich vor dem Hausbau eingehend beraten lassen. Baumaterialien können hunderte Stoffe enthalten, die Allergien auslösen können. Wenn Sie genau wissen, unter welchen Überempfindlichkeiten Sie leiden, können Fachberater Ihnen sagen, für welche Baustoffe Sie sich entscheiden sollten, damit bei Ihrem Hausbau alles gut geht und Sie gesund Ihr fertiges Eigenheim genießen können.

 

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