ZBO - Zentrale Bau Organisation

BaurechtHausbau ist für Bauherren eine kostenintensive Angelegenheit. Vom Einholen der Genehmigung beim Bauamt bis hin zu der Finanzierung des Baus kostet dies Zeit und Aufwand. Sei es das eigene Traumhaus oder eine gewerbliche Immobilie - der Aufwand ist nicht selten erheblich. Dann ist es sehr ärgerlich, mit Baumängeln konfrontiert zu werden. Diese sind oft das Ergebnis von unsauberer Arbeit und kosten dem Bauherren im Nachhinein viel Geld.

Baumängel müssen früh erkannt werden

Als Baulaie ist es sehr schwer, Baumängel zu erkennen, sofern diese nicht offensichtlich sind, wie Risse in einer Wand. Feuchtigkeit und Schimmel im Mauerwerk können auf eine mangelhafte Dämmung hinweisen. Beim Treppenbau wird häufig die Aufbauhöhe des Fußbodens nicht berücksichtigt, was zu einer größeren oder geringeren Steigungshöhe bei der letzten Treppenstufe führt. Für die zukünftigen Bewohner kann dies zu einer Stolperfalle werden. Manche Mängel können sich später katastrophal auf das Haus auswirken, wie zum Beispiel eine fehlerhafte Abdichtung des Kellers. Je nach Lage muss das Untergeschoss entsprechend abgedichtet und isoliert werden. Bei Fehlern kann es passieren, dass Feuchtigkeit eindringt. Im schlimmsten Fall läuft das Untergeschoss voll und die Beseitigung dieses Mangels kann für den Bauherren sehr teuer werden.

Baumängel müssen rechtzeitig reklamiert werden

Es ist immer ratsam, die Baustelle zu besuchen, um den Fortschritt des Bauträgers zu begutachten. Bausachverständige sind eine zuverlässige Hilfe beim frühzeitigen Erkennen von Baumängeln. Sie haben die Fachkompetenz, die den meisten Bauherren fehlt und können so auf Fehler hinweisen. Es ist daher sinnvoll, zusammen mit einem Bausachverständigen regelmäßig die Baustelle aufzusuchen.

Um Baumängel zu reklamieren, sollten Fotos mit Nahaufnahmen gemacht werden und Mängel akribisch dokumentiert werden, bevor der Baudienstleister zur Mängelbeseitigung aufgefordert wird. Hier ist es üblich, eine Frist von 14 Tagen zu setzen. Bis zur Behebung der Baumängel kann der Bauherr Druck aus üben, indem dieser einen Teil der Rechnung einbehält. Die Höhe der einzubehaltenden Summe ist doppelt so hoch wie Kosten, die für die Mängelbeseitigung notwendig wären. Sollte der Baudienstleister die Mängel innerhalb der Frist nicht oder unzureichend beseitigen, muss eine Nachfrist eingeräumt werden.

Bei einer unzureichenden oder nicht erfolgten Beseitigung der Baumängel stehen dem Bauherren mehrere Möglichkeiten offen. Bauherren können eine Selbstvornahme anwenden und ein anderes Bauunternehmen mit der Beseitigung der Mängel beauftragen. Die Kosten für die Mängelbeseitigung hierfür werden dem vorherigen Baudienstleister in Rechnung gestellt. Alternativ kann auch die Forderung auf Minderung der vereinbarten Kosten gefordert werden. Die Höhe der Minderung richtet sich nach dem Wertverlust des Gebäudes durch die Bauschäden. Bei schweren Vertragsverletzungen kann ein Bauherr vom Vertrag zurücktreten oder Schadensersatz verlangen.

Eine Klage im Streitfall - Lohnt sich das?

Im Streitfall scheint eine gerichtliche Klärung manchmal der einzige Ausweg zu sein. Jedoch dauern solche Gerichtsverfahren bis zu 10 Jahre und sind eine kostenintensive Angelegenheit. Daher sollte eine außergerichtliche Lösung immer zuerst angestrebt werden, da dies weitaus schneller und kostengünstiger ist. Experten wie Claus-Jürgen Korbion kennen sich mit solchen Streitfällen aus. Sein Buch zu diesem Thema lässt sich bei Haufe finden.

Gewährleistungen und Fristen kennen

Jeder Bau- oder Werkvertrag hat eine Gewährleistungsfrist. Innerhalb dieser Frist haftet das Bauunternehmen für Baumängel. Bei BGB-Werkverträgen gilt eine Frist von 5 Jahren. Bei VOB-Bauverträge gelten für Privatleute 4 Jahre und für Unternehmen 2 Jahre Gewährleistung.

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