ZBO - Zentrale Bau Organisation

BaugrunduntersuchungHäuser dürfen in Deutschland zwar auch ohne eine vorherige Baugrunduntersuchung gebaut werden, aber Fachleute empfehlen sie nahezu immer. Mit ihr erhalten der Bauherr und der Architekt Aufschluss darüber, ob ein Haus überhaupt so gebaut werden kann, wie es geplant ist oder ob ggf. noch zusätzliche Arbeiten nötig sind. Aus einem Baugrundgutachten gehen beispielsweise die Tragfähigkeit und das Setzungsverhalten des Bodens oder auch dessen Wasserdurchlässigkeit und die Höhe und Schwankungsbreite des Grundwasserspiegels hervor.

Wer die Baugrunduntersuchung durchführt

Eine Baugrunduntersuchung sollte sowohl hinsichtlich der Planung als auch der Durchführung von einem berufserfahrenen Ingenieurgeologen vorgenommen werden. Er untersucht zunächst, ob aufgrund der spezifischen historischen Entwicklung des Grundstücks mit bestimmten Schadstoffen zu rechnen ist. Hat in der Vergangenheit z. B. ein Industriebetrieb auf dem Grundstück gestanden, könnten sich im Erdreich verschiedene Schadstoffe (Erdöl, Chemikalien, Auffüllungen) befinden. Auch Grundstücke in Großstädten könnten überraschende Probleme aufweisen: Gerade in Ballungsgebieten und speziell in der Nähe von Industrieanlagen wurden im 2. Weltkrieg zahllose Bomben abgeworfen, sodass bis heute mit Kampfmitteln im Erdreich zu rechnen ist.
Auch Orts- oder Straßennamen liefern oft bereits im Vorfeld der Untersuchung wertvolle Hinweise: Soll ein Haus im „Weiherfeld“, „Im Sande“ oder „Im Torfe“ gebaut werden, muss häufig der Baugrund nachgebessert oder das Gebäude technisch ausgerüstet werden (z. B. mit einer „Weißen Wanne“).

Was bei der Untersuchung des Grundstücks geschieht

Zur Untersuchung gehören Baugrundbohrungen, -schürfe oder –sondierungen und in manchen Fällen auch bodenmechanische Laboruntersuchungen, um die für das Gutachten benötigten Daten zu gewinnen. Diese Methoden werden eingesetzt, wenn die Standarduntersuchungen (Sichtung geologischer Karten, Befragungen am Baugrund, natürliche Aufschlüsse aufgrund der Lage) keine ausreichenden Erkenntnisse liefern.

Sinn und Zweck

Für den Bauherrn sorgt eine Baugrunduntersuchung für Klarheit, mit welchen zusätzlichen Kosten er rechnen muss. Dies erleichtert erheblich die weitere Planung und Kostenabschätzung, sodass der Nutzen des Gutachtens dessen Kosten deutlich überwiegt. Die Baugrunduntersuchung wird gem. DIN 1054 ausgewertet, in der typische Bodenkennwerte bereits vorgegeben werden.

An die Stelle von Bodenklassen sind Homogenbereiche getreten

Seit August 2015 ist nicht mehr die Einteilung in Bodenklassen, sondern in Homogenbereiche maßgeblich. In den Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) DIN 18304 ist definiert, was es hiermit auf sich hat: Danach werden Fels und Boden nach ihrem Zustand eingeteilt, den sie vor dem Lösen haben. Jeder Homogenbereich ist räumlich begrenzt und besteht aus einer oder mehreren Fels- oder Bodenschichten, die für die mit Geräten durchgeführten Erdarbeiten vergleichbare Eigenschaften haben. Dabei werden soweit erforderlich auch mehrere Fels- oder Bodenschichten zu einem bautechnisch sinnvollen Homogenbereich zusammengefasst. Jeder Bereich muss hinsichtlich der Planung, Ausführung und Abrechnung nachzuvollziehen und abzugrenzen sein. Es gilt: Je mehr Homogenbereiche festgelegt werden, umso höher ist der Aufwand für die Bauüberwachung und die Abrechnung. Darum sollten nur so viele Homogenbereiche wie nötig, aber so wenige wie möglich festgelegt werden. Dazu können auch Laboruntersuchungen notwendig werden.

Mit der Einführung der Homogenbereiche wurden einige Änderungen der DIN 18300 „Erdarbeiten“ erforderlich. Nun müssen Baugrundgutachten Angaben zur ‚Geotechnischen Kategorie‘ (GK) enthalten. Dabei wird gem. DIN 4020 in drei GK unterschieden:

  • Geotechnischen Kategorie (GK) 1
    In die GK 1 fallen einfache Baumaßnahmen mit einem geringen Schwierigkeitsgrad, die sich auf einem tragfähigen und ebenen Untergrund befinden. Außerdem müssen einfache und gut überschaubare Baugrundverhältnisse angetroffen werden. Der Baugrund ist waagerecht oder höchstens schwach geneigt und nach örtlicher Erfahrung kaum von Setzungen betroffen. Eine weitere Voraussetzung für diese Einstufung ist der Stand des Grundwasserspiegels: Er muss sich unterhalb der Gründungs- oder Baugrubensohle befinden. Die der GK 1 zugeordneten Bauwerke müssen setzungsunempfindlich und flach gegründet sein. Die Stützen- und Streifenlasten entsprechen denen von eingeschossigen Hallen, Garagen oder Einfamilienhäusern. In Zusammenhang mit einer eventuellen Erdbebenbelastung ist der Nachweis der Standsicherheit nicht erforderlich. Die Bauwerke dürfen benachbarte Gebäude, Leitungen oder Verkehrswege nicht beeinträchtigen. In der GK 1 genügen Angaben beispielsweise hinsichtlich der Bezeichnung des Felses und zu Veränderungen und Verwitterungen. Beispiele für die Klassifizierung nach GK 1 sind Gräben oder Baugruben auf einem fast waagerechten Gelände oder Baugrubenwände, die weniger als zwei Meter hoch sind und hinter deren Wänden keine hohen Lasten wirken.
  • Geotechnischen Kategorie (GK) 2
    Zur GK 2 gehören Baumaßnahmen, die hinsichtlich des Zusammenwirkens von Baugrund und Bauwerk einen mittleren Schwierigkeitsgrad aufweisen. Das Tragwerk kann unterdurchschnittliche Verformungen aufnehmen, der Grundwasserspiegel ist beherrschbar. Es werden übliche Einzelfundamente, Streifenfundamente oder Fundamentplatten eingesetzt. Unter die GK 2 fallen die meisten Bauwerke.
  • Geotechnischen Kategorie (GK) 3
    Der GK 3 werden Baumaßnahmen zugeordnet, die beim Zusammenwirken von Baugrund und Bauwerk einen hohen Schwierigkeitsgrad aufweisen. Hier geht es um hohe Lasten, ein setzungsempfindliches Tragwerk sowie einen schwierigen Baugrund und problematische Grundwasserverhältnisse. Beispiele für eine Zuordnung in die GK 3 sind kombinierte Pfahl-Plattengründungen, Gründungen neben einer empfindlichen Bebauung oder Gründungen, die teilweise als Tief- und teilweise als Flachgründungen ausgeführt werden.
    Hinweis:
    Um eine Zuordnung in die GK 2 oder GK 3 vornehmen zu können, ist eine Reihe von speziellen Angaben nötig. Dazu gehören z. B. die ortsübliche Bezeichnung, die Korngrößenverteilung mit Körnungsbändern (DIN 18123), der Wassergehalt (DIN EN ISO 17892-1) oder die Bodengruppe (DIN 18196).

Der größte Unterschied zwischen der heutigen Verwendung von Homogenbereichen und der früheren von Bodenklassen besteht darin, dass der Begriff des Homogenbereichs für sich allein genommen keine Aussagekraft hat. Erst in der Kombination mit dem zugehörigen Gewerk, für das er festgelegt wird, und mit der genauen Beschreibung der Eigenschaften, die einen Homogenbereich ausmachen, wird verdeutlicht, um welchen Fels- oder Bodentyp es geht.

Die Festlegung von Homogenbereichen erfordert einen hohen Sachverstand der Baugrundgutachter und ist aufwendiger als die frühere Zuordnung zu Bodenklassen. Mit dieser Verfahrensweise wird der Baugrund jedoch konkreter und zutreffender beschrieben. So kann die Bauleistung besser kalkuliert werden, Zusatzkosten durch Nachträge werden eingedämmt.
Die sehr detaillierte Einschätzung des Baugrunds erfordert, dass dem Gutachter sowohl die geplante Art der Bauausführung als auch alle beteiligten Gewerke bekannt sind. Er ist auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Bauherrn oder Planer angewiesen, um ein möglichst detailliertes Gutachten anfertigen zu können. Auf diese Weise können nicht nur die Planung, sondern auch die Ausschreibung und die Vergabe genau auf die Homogenbereiche zugeschnitten werden. Diese komplexe Aufgabe kann nur mit der entsprechenden Sachkunde, die in einem Hochschulstudium erworben wurde, praktischer Erfahrung im Bereich der Geotechnik und berufsbegleitenden geotechnischen Fort- und Weiterbildungen bewältigt werden.

Was eine Baugrundgutachten kostet

Die Kosten für eine Baugrunduntersuchung liegen in der Regel bei etwa 2.000,-- bis 2.500,-- Euro. Vielfach empfiehlt sich eine Untersuchung, die gemeinsam vom Verkäufer und Kaufinteressenten eines Baugrundstücks in Auftrag gegeben wird. Sollten sich dabei Bodenprobleme herausstellen, könnte noch einmal über den Kaufpreis nachgedacht werden.

Wir können nahezu bundesweit Baugrunduntersuchungen zu diesen Kondotionen durchführen:

  1. Für den Hausbau bis zu 200 m² Wohnfläche 
    Hier berechnen wir pauschal 1.250,-- Euro inklusive Mehrwertsteuer.
  2. Beim Hausbau ab 200 m² Wohnfläche
    Die Kosten einer Baugrunduntersuchung werden in diesem Fall anhand der Grundfläche berechnet. Für die Unterbreitung eines Angebots benötigen wir die Entwurfsplanung.
    In der Regel kostet die Baugrunduntersuchung für Bauvorhaben dieser Größenordnung zwischen 2.000 und 3.000 Euro  inklusive Mehrwertsteuer.

Auf Wunsch können zudem diese Leistungen mit ausgeführt werden:

  • Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwertes kf des Untergrundes (250 € inkl. Mehrwertsteuer, pro Versuch)
  • Probenahme mit anschließender Analytik gemäß LAGA (450 € inkl. Mehrwertsteuer, je Probe)
  • Probenahme inkl. Rückstellung für 3 Monate (55 € inkl. Mehrwertsteuer)
  • Bauchemische Wasseranalyse auf betonaggressive Bestandteile nach DIN 4030 (120 € inkl. Mehrwertsteuer, je Probeentnahme)

Unser Ingenieurbüro erledigt die Baugrunduntersuchung nahezu bundesweit. Sie erhalten mit dem Gutachten alle wichtigen Angaben zur Bodenbeschaffenheit, der Tragfähigkeit und eine fundierte Gründungsempfehlung.

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